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Karate Do

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Bücher

Ich kann jedem nur empfehlen, das Internet als Informationsquelle zu nutzen (was ja gerade geschieht...). Aber oft ist die Suche mühsam und die Qualität der Information zweifelhaft. Tief Reichendes und Zusammenhängendes ist außerdem immer noch Mangelware. Daher nützt es nichts: Bücher müssen her! Nur leider gibt es so viele Bücher und so wenig Zeit/Geld. Daher werde ich auf dieser Seite Bücher vorstellen, die mir persönlich gut gefallen haben. Wenn der geneigte Leser einen Buchtipp für mich hat, nur her damit! Vielleicht steht das Buch dann auch schon bald hier.

Technik

Ein Hinweise sei mir an dieser Stelle gestattet: Karate kann man nicht aus Büchern lernen! Ein Buch über Karate-Technik kann immer nur ein Begleiter sein, einen guten Trainer aber niemals ersetzen.

Ich weiß, dass viele Anfänger mit soviel Begeisterung bei der Sache sind, dass sie am liebsten alles auf einmal lernen würden. Mir selbst ging es mit 14 auch nicht anders. Und was Besseres kann uns als Trainern ja auch gar nicht passieren. Aber häufig wird man eine falsch erlernte Technik sein Karate-Leben lang nicht wieder los. Daher lohnt es sich, geduldig zu sein und zu warten, bis die Technik im Unterricht dran ist. Wie heißt es noch in Karate-Kid? Man muss erst stehen lernen, bevor man fliegen lernen kann.

Karate-Do

Name: Karate-Do - Dynamic Karate
Author: M. Nakayama
ISBN: 0870117882
Sprache: Englisch (Deutsche Ausgabe leider vergriffen)
Preis: 23 EUR

Für die älteren Karateka war Nakayama vermutlich die prägende Figur des Shotokan. Nakayama hat das Wettkampfkarate "erfunden" und als Präsident der JKA Shotokans weltweite Verbreitung vorangetrieben. Er war ein Lehrer des legendären Instruktorenkurses von 1956, aus dem viele der heute noch lebenden oder vor kurzem verstorbenen Großmeister hervorgingen (z.B. Shirai, Asai, Kanazawa, Ochi).

Das Buch Karate-Do Dynamic Karate war bei seinem Erscheinen 1972 für Karateka in Deutschland ein Meilenstein. Fundierte deutschsprachige Karatebücher waren vorher eine Mangelware und dieses Buch lieferte gleich "das volle Programm". Alle erdenklichen Stände und Techniken des Shotokan wurden in diesem Buch ausführlich beschrieben. Es gab Fotoserien, um die genaue Ausführung der einzelnen Techniken zu studieren. Es gab Hinweise, worauf zu achten und was zu vermeiden war. Und es gab sogar Trainingshinweise.

Und wie ist das heute? Nach meiner Meinung ist es immer noch eines der besten Bücher zum Thema Technik. Es ist sehr umfassend und enthält auch Techniken, die heute kaum noch außerhalb der Kata geübt werden. Ich kann es daher Anfängern wie Fortgeschrittenen empfehlen.

Für den Fortgeschrittenen vielleicht besonders interessant: Viele Fotos von den jungen Meistern aus dem Instruktoren-Kurs in Aktion. Auch sehr interessant: Änderungen der Stände zwischen damals und heute. Von wegen Shotokan-Stände waren schon immer so lang und tief...

Hintergrund

Bücher, die sich mit der Geschichte und Entwicklung der Kampfkünste befassen.

Shotokan's Secrets

Name: Shotokan's Secret - The Hidden Truth Behind Karate's Fighting Origins
Author: Bruce Clayton
ISBN: 0-89750-144-6
Sprache: Englisch
Preis: 17 US Dollar

Dieses Buch habe ich kürzlich in Los Angeles gekauft. Aufgrund des typisch amerikanisch reisserischen Titels hatte ich eigentlich keine großen Erwartungen, dachte aber: für 17 Dollar nehm' ich es halt mal mit. Ich habe es dann innerhalb von drei Tagen durchgelesen. Eines der interessantesten Bücher, die mir in den letzten Jahren in die Finger gekommen sind.

Das Buch beschäftigt sich mit der Entstehungsgeschichte dessen, was der Autor "lineares Karate" nennt, also der Shorin-Ryu-Linie, aus der letztlich auch das Shotokan hervor ging. Die Hauptthese des Autors ist die folgende: Shorin-ryu hat sich nicht etwa langsam aus der chinesisch geprägten Urform des Tode entwickelt, sondern ist plötzlich und gezielt von den Großmeistern um Matsumura Sokon entwickelt worden. Das Ziel dieser Entwicklung war nach Meinung des Autors ein wirksames System zu entwickeln, um den Okinawanischen König im Falle eines Angriffs aus dem Palast in Sicherheit bringen zu können.

Clayton belegt seine These anschaulich, auch wenn er sie natürlich letztlich nicht beweisen kann. Er folgert zum Beispiel, dass die seltsame Unvollständigkeit des Shorin-Ryu (z.B. das fehlen von Bodentechniken) aus der taktischen Situation des Schutzes des Königs erwachsen ist (wer sich angesichts einer Übermacht auf einen Bodenkampf einließ, war tatsächlich verloren).

Natürlich ist viel in diesem Buch Spekulation, aber einiges gibt einem doch zu denken. Der Autor schreibt selbst im Vorwort: selbst wenn sie mit meinen Folgerungen nicht übereinstimmen verspreche ich Ihnen, dass sie die Lektüre dieses Buches genießen werden. Dem ist wenig hinzuzufügen.

Referenz

Nachschlagewerke, etc.

Budolexikon

Name: Das Lexikon der Kampfkünste
Author: Werner Lind (Herausgeber)
ISBN: 3-328-00383-1
Sprache: Deutsch
Preis: 50 EUR

Dies ist mit Abstand das umfangreichste Nachschlagewerk zum Thema Kampfkunst, das mit bekannt ist. Sicher ist dieses Buch nicht billig, aber man bekommt auf 720 DIN A4 Seiten jede Menge Information. Die Begriffe sind stark quer vernetzt, was zum stöbern einlädt. Schon häufig wollte ich nur mal eben was nach gucken und blieb dann hängen. Als Informationsquelle kommt man an diesem Wälzer nicht vorbei.

Des Lexikons größte Stärker ist vielleicht auch seine größte Schwäche: es ist ziemlich chaotisch organisiert. Bestimmte Informationen sind mehrfach vorhanden. Teile sind eins zu eins aus Werner Linds Büchern übernommen. Die Informationsauswahl scheint auch nach keinen erkennbaren Kriterien erfolgt zu sein. Man kommt schnell "vom hundertsten in tausendste", verliert aber auch leicht mal den Überblick.

Ein weiterer Aspekt weicht von einem klassischen Lexikon ab: meiner Meinung nach bemüht sich das Lexikon der Kampfkünste gar nicht erst um Neutralität: der spezielle Blickwinkel des Budo-Studienkreises um Werner Lind scheint häufig durch. Insbesondere für weniger erfahrene Karateka ist dies schwer in eine Perspektive zu setzen.

Die zum teil chaotische Organisation und "Färbung" des Lexikons lassen mich zögern, es Anfängern zu empfehlen. Für Fortgeschrittene ist dieses Buch aber eigentlich ein Muss! Als ich das letzte Mal nachschaute, war es leider vergriffen. Ich hoffe auf eine Neuauflage. Für die Zwischenzeit gibt es eine Online-Version.

© 2009 Volker Knobloch